Marcel Kunz
Der Wm der Repol Zofingen hielt einen Vortrag zu den aktuellen Betrugsmaschen
Eine Würdigung besonderer Art: Das Museum Zofingen erhielt seine eigene Ausgabe des Schweizerischen Kunstführers. Am vergangen Sonntag feierten zahlreiche Gäste ebenda feierlich die Vernissage – und lauschten spannenden Ausführungen zum Zofinger Haus.
Zofingen Rund 80 Kulturinteressierte waren der Einladung zur Vernissage des neuen Kunstführers gefolgt – darunter Stadtpräsidentin Christiane Guyer und Stadträtin Rahela Syed. Der Grund zur Freude: Das Zofinger Museum ist neu im renommierten Schweizer Kunstführer vertreten – einer Publikation, die seit bald 100 Jahren bedeutende Kulturgüter der Schweiz dokumentiert.
«Wenn ich in die Runde schaue, erfüllt es mich mit Freude, dass so viele Menschen den Weg ins Museum finden», sagte Guyer in ihrer Ansprache. Für sie sei die Aufnahme in den Kunstführer ein «wichtiger Meilenstein» – nicht nur für das Museum selbst, sondern auch für die Stadt. «Das Museum ist eine ‹Schmuckschatulle›. Nicht nur der Schmuck ist wertvoll – die Schatulle ebenso.»
In gewisser Weise ist die Würdigung eine Rückkehr zum Ursprung: Der Herausgeber des Kunstführers, die Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (GSK), wurde 1880 im Bürgersaal des Rathauses gegründet – im Herzen der Bezirkshauptstadt.
«Die GSK ist eine Art ‹wissenschaftliches Gewissen› der Architektur», erklärte Markus Andrea Schneider, leitender Redaktor des Schweizerischen Kunstführers. «Auf der einen Seite forschen wir, auf der anderen vermitteln wir.» Mit dem Kunstführer wolle man Wissen und Begeisterung für die Thematik zusammentragen und sammeln.
Die Kunstführer-Serie selbst begann in den 1930er-Jahren. Damals noch aus dem Anlass, dass Schweizer erstmals zwei Wochen bezahlte Ferien genossen und «eine Inspiration für freie Tage nötig war», schmunzelte Schneider. Von da an begann die Erfolgsgeschichte: Während man in den 1990er-Jahren die 500. Ausgabe feiern konnte, ist der Führer zum Zofinger Museum nun die inzwischen 1140. Ausgabe.
Die Entstehung des Museums ist laut Marcus Casutt von der Denkmalpflege Luzern einigen glücklichen Umständen zu verdanken. Der Fabrikant Gustav Rudolf Strähl bot der Ortsbürgergemeinde zuerst 100'000 Franken für den Bau eines Museums an. Für einen möglichst schnellen Bau blätterte er am Schluss sogar 150'000 Franken auf den Tisch. Einzige Bedingung: Der Bau müsse vom Luzerner Architekten Emil Vogt geleitet werden. So war auch die Realisierung als florentinischer Palazzo kein Zufall – der Architekt fand auf zahlreichen Reisen nach Italien Inspiration.
Franziska Schmid-Schärer, Autorin des Kunstführers, wurde in der Vergangenheit bereits mit einer Architekturführung durch das Haus beauftragt. Schon damals war sie vom Museum sehr beeindruckt. Die Verbindung aus Architektur-, Bau- und Sammlungsgeschichte sei einzigartig und erzeuge ein «Museum im Museum». Ein Alleinstellungsmerkmal, dem man mit dem Kunstführer Rechnung tragen wollte, sei auch die architektonische Anlehnung an den südlichen Nachbarn Italien. Das Zofinger Museum als Palazzo florentinischer Art sei «ein Genuss» für Schmid-Schärer, die ihre Studienzeit selbst in Florenz absolvierte.
Joel Dreier
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