Tobias Leuthard
Rückblick auf zwei Amtsperioden als Gemeindepräsident von Küttigen
Nach einem ereignisreichen 2025 steht Oftringen nun vor einem Jahr, das wohl mindestens genauso viele Perspektiven wie Herausforderungen birgt. Am traditionellen Neujahrsapéro blickte der neu amtierende Gemeindepräsident Markus Steiner auf das vergangene Jahr zurück – und darauf, was für Oftringen sonst noch in den Büchern steht.
Oftringen Ein rasantes Wachstum der Bevölkerung, damit einhergehender Mehrbedarf für Schulraum und das Mammutprojekt «erzo ARA»: Nur ein paar der Baustellen und Herausforderungen, deren sich Oftringen im letzten Jahr annehmen musste – und welche die Gemeinde auch in Zukunft noch rege beschäftigen werden.
«Herausforderungen, die bestimmt nicht weniger werden», konstatierte auch der neu amtierende Gemeindepräsident Markus Steiner (SP) zu Beginn seiner Neujahrsansprache. Der bisherige Vizeammann übernimmt das Amt von Hanspeter Schläfli, der sich in Zukunft als Gemeinderat einbringt. «Herausforderungen», welche die Gemeinde auch angeht, wie Steiner in seiner Rede klarstellt: So blickte er auf die zahlreichen Kredite zurück, die die Gemeinde im vergangenen Jahr für zusätzlichen Schulraum sprach – etwa für eine ganzheitliche Masterplanung für das Schulareal Oberfeld sowie für Provisorien beim Schulhaus Sonnmatt sowie beim Primar- und Oberstufenschulhaus Oberfeld.
Auch administrativ wurde Oftringen vorangebracht: So konnte die Teilrevision des Benützungsreglements der Gemeindeliegenschaften schlank über die Bühne gebracht und bewilligt werden. Dieses wurde dahingehend geändert, dass ortsansässige Vereine die Mehrzweckhalle unentgeltlich verwenden dürfen und für einen einzelnen Anlass auch nicht für die Hauswartskosten aufkommen müssen.
In der neuen Gemeindeordnung fiel zudem die Hürde für ein Referendum um fünf Prozentpunkte. Ausserdem trägt Markus Steiner nun als Erster den Titel «Gemeindepräsident» – der «Gemeindeammann» ist nun Geschichte.
Das kulturelle Highlight markierte laut Markus Steiner 2025 das Kinderfest. Der ehemalige Leiter des Forstbetrieb Uerkental resümierte ein «würdiges und stimmungsvolles Fest, an dem die Kinder im Mittelpunkt standen – die Erwachsenen aber trotzdem nicht zu kurz kamen. Oftringen kann also immer noch ‹fäschte›», schmunzelte er. Auch der Empfang des «Oftringer Volkshelden» Noe Seifert nach dessen Bronzemedaille an der Weltmeisterschaft in Jakarta blieb in bester Erinnerung. Steiner bedankte sich namentlich bei Charly Zimmerli und dem ganzen Satus ORO, welche die Feier erst möglich machten.
Markus Steiner richtete den Blick nach vorne: 2026 stünden diverse grössere und kleinere Baustellen an, die vorangetrieben werden. Ganz oben auf der Agenda steht – wie auch anders – der Schulraum: Hier sollen vor allem die Wettbewerbsverfahren des Schulhausareals Sonnmatt und Oberfeld weitergetrieben werden. Auch wird das Mammutprojekt «erzo ARA» vorangetrieben. Hier findet am 26. März die Gemeindeversammlung statt, bei der es um die Umzonung der Landwirtschaftsfläche geht, auf der der Neubau in Zukunft stehen soll.
Dazu soll die Planung bezüglich der Sanierung und Erweiterung des Garderobengebäudes des FC Oftringen 2026 fertiggestellt werden, damit über die Kreditvorlage an der Gemeindeversammlung abgestimmt werden kann. Auch startet die Sanierung der Oberen Hauptstrasse, die «viel Geduld und Verständnis» der Bevölkerung erfordern wird.
Eine Baustelle, die bereits im Januar beendet werden kann, ist die neue kantonale Asylunterkunft, welche im Februar in Betrieb genommen wird.
Auch personell muss der Gemeinderat noch aufgestockt werden: Gemeinderätin Sarah Sommer trat am 1. September letzten Jahres aus persönlichen Gründen zurück. Bei den Ersatzwahlen erreichte kein Kandidat das absolute Mehr. Die nächsten Wahlen finden am 8. März statt.
Markus Steiner gab zum Schluss noch einen Einblick in seine persönlichen Ziele: Er wolle sich rasch in seine neue Aufgabe einarbeiten und mit seinen neuen Kollegen im Gemeinderat sowie in der Verwaltung die bestmöglichsten Lösungen für Oftringen erarbeiten. Oberste Priorität haben für ihn die Finanzen: Die Gemeinde müsse finanziell stabil bleiben, jedoch genauso alle nötigen Investitionen, wie beispielsweise in den Schulraum, tätigen. Steiner wandte sich zum Schluss mit einem Wunsch an die Bevölkerung: Oftringen soll durch seine Vereine und Anlässe «läbig» und in Bewegung bleiben: Dafür sei auch die politische Beteiligung bei Wahlen und den Gemeindeversammlungen unerlässlich. «Die Demokratie ist eine unserer grössten Errungenschaften, zu welcher wir Sorge tragen müssen – helfen Sie mit, dieses Gut zu bewahren».
Joel Dreier
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