Korpskommandant/CdA Benedikt Roos
Der Chef der Armee diskutierte in Lenzburg die aktuelle Sicherheitslage der Schweiz
Auch Hunde müssen ihr Geschäft verrichten. In der Lenzburger Altstadt führt das aber zunehmend zu Problemen, von unappetitlichen Gerüchen bis hin zu Schäden an Häusern in der Rathausgasse. Mit einer Kampagne will die Stadt für das Problem sensibilisieren.
Lenzburg Die Hunde-WCs beim Seifiparkplatz und beim Schulhaus Lenzhard bestehen seit Jahren. Nun kommen im Graben und auf dem Erlenguttunnel zwei weitere dazu. Begleitet von sechs Plakaten im Umschwung der Altstadt reagiert die Stadtregierung damit auf Reklamationen von Anwohnern und Gewerbetreibenden: Besonders im Umkreis der Rathausgasse sei es vermehrt vorgekommen, dass die Vierbeiner (nach strengen Nächten wohl auch Zweibeiner) an Hauswände urinierten oder dass Hundekot einfach auf der Strasse liegen gelassen wurde.
«Es liegt nicht alles in den Händen der Stadt», betont Frau Vizeammann Christina Bachmann-Roth im Rahmen einer Medieninformation am Montag, 23. März. Der Werkhof sei zwar täglich bemüht, die Stadt sauber zu halten. Es liege aber auch in der Verantwortung der Menschen, sich rücksichtsvoll zu verhalten. Mit der Sensibilisierungskampagne wolle man pragmatisch vorgehen und diese Eigenverantwortung stärken. So führt der auf den Plakaten abgedruckte QR-Code auf eine Online-Karte, in der sämtliche Robidogs und Hunde-WCs der Stadt eingetragen sind.
Die Ausscheidungen der Hunde schaden nicht nur dem Stadtbild und emittieren unangenehme Gerüche, besonders der Urin der Hunde führt auch zu Schäden, wie Christian Brenner, Leiter Tiefbau & Verkehr, und Werkhofsleiter Peter Ulmann ausführen. Hunde-Urin ist besonders aggressiv und frisst sich regelrecht in Wände ein. Besonders hochfrequentierte Laternenpfosten beginnen stark zu rosten und Pflanzen, wie etwa eine Eibenhecke am Kronenplatz, können gar absterben. Der Werkhof tut indes sein Möglichstes, der Verschmutzung entgegenzuwirken. So werde die Wand am Graben mittlerweile alle zwei Wochen extra gereinigt. Solche Einsätze seien aber enorm zeit- und ressourcenintensiv.
Den Stein des Anstosses lieferte Ende vergangenen Jahres unter anderem einer der 567 Lenzburger Hundehalter selbst: Matthias Günther. Er ist Mitinhaber des Interior-Design-Studios Unique Works in der Rathausgasse und verschaffte seinem Ärger bei der Stadt wie auch in der Presse Luft – auch an seiner Hauswand heben Hunde immer wieder ihr Bein. Über das zügige Handeln der Stadt zeigt er sich erfreut, appelliert aber auch an die Verantwortung der Halter: «Schluss-endlich ist derjenige am anderen Ende der Leine für seinen Hund verantwortlich.»
Dass es eben schon die Zweibeiner sind, denen es in Sachen Sauberkeit zu häufig an Eigenverantwortung fehlt, zeigt sich auch bei der Abfallentsorgung. Wer (wie der Autor) etwa im Lenz wohnt, kennt das Bild: Rund um die Unterfluhr-Entsor-gungsstellen türmen sich unsachgemäss entsorgte Abfallsäcke und «Gratis»-Möbel. Auch dieser Problematik – die in anderen Quartieren ebenfalls besteht – versucht die Stadt bereits seit längerem mit Plakaten entgegenzuwirken.
Am Ende bleibt der Stadt allerdings nichts anderes übrig, als den Müll selbst einzusammeln. Aber Achtung: Die Mitarbeiter des Werkhofs übernehmen dann nicht einfach gratis die Entsorgung. Unfrankierte Abfallsäcke, welche eingesammelt werden müssen, werden konsequent durchsucht. Lässt deren Inhalt Rückschlüsse auf die Abfallsünder zu, werden diese gebüsst. Leider ist das aber oft nicht der Fall.
Um auch sonstigem Littering auf Stadtgebiet Gegensteuer zu geben, hat Lenzburg zudem an mehreren stark frequentierten Orten neue Trennsysteme installiert – konkret auf dem Gofi, in den Wilmatten, in der Widmi sowie im Hammerpark.
Von Adrian Oberer
Meldeplattform Lenzburg: Über die Melde-App der Stadt können jegliche Verschmutzungen oder Defekte städtischer Infrastruktur der Verwaltung gemeldet werden. (Android und iOS)
Dog Toilets App: In der App des Herstellers sind alle Robidog auf einer Karte eingetragen. (iOS)
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