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Zahlen mit TWINT, Essensgenuss mit Chipeño-Saucen und Entsorgen im Recycling-Paradies: Am Unternehmenstalk Aarau letzte Woche im Hörsaal des KSA erhielt das Publikum einen spannenden Einblick in drei ganz unterschiedliche Branchen.
Aarau Am Dienstagabend, 20. Januar, wohnte im Hörsaal des Kantonsspitals Aarau (KSA) ein zahlreiches Publikum einem weiteren Unternehmenstalk bei, veranstaltet durch den Handels- und Industrieverein der Region Aarau in Zusammenarbeit mit dem Gewerbeverband Aarau, der Kaufmännischen Gesellschaft Aarau und dem KSA.
Moderator Phil Dankner führte gekonnt durch den rund einstündigen Talk, in welchem am Schluss auch noch Fragen aus dem Publikum ihren Platz fanden. Zu Gast waren Adrian Plattner (Chief Sales Officer, TWINT AG), Karin Bertschi (Geschäftsführerin Recycling-Paradies AG) und Samuel Graf (CEO und Mitgründer, Chipeño AG), welche dem Publikum spannende Einblicke in ihre ganz unterschiedlichen Unternehmen gewährten, wie es läuft und wohin es in der Zukunft gehen soll.
Adrian Plattner startete 2018 bei TWINT in einer Phase der Neuausrichtung. In der Zusammenarbeit mit einem Konsortium an Banken begann eine starke Wachstumsphase, deren prägender Moment Ende 2018 das Erreichen einer Million Nutzenden war. In den folgenden Jahren wurde TWINT kontinuierlich weiterentwickelt und ausgebaut. Heute zählt der Zahlungsdienst rund sechs Millionen aktive Nutzende. Damit ist das Limit in der Schweiz erreicht.
Ein zentraler Fokus Plattners liegt auf dem Akzeptanzgeschäft. TWINT wird zunehmend von internationalen Unternehmen wie Zalando oder Airbnb genutzt, ebenso wie von grossen Schweizer Akteuren wie Coop, Migros oder der SBB. Die breite Akzeptanz machte TWINT zu einem festen Bestandteil des Alltags – so sehr, dass sich mit «twinten» sogar ein eigenes Verb etabliert hat.
Technologisch verfolgt TWINT das Ziel, Bargeld- und Kartenzahlungen zu substituieren sowie Zahlungsvorgänge zu vereinfachen und erlebbarer zu machen, etwa beim Autowaschen oder wie jetzt schon beim Parkieren. Die Vision lautet: verbinden und vereinfachen. TWINT bringt Privatpersonen und Händler zusammen. Rund 72 Banken und etwa eine halbe Million Verkaufsstellen sind angebunden. Für Nutzer steht eine einfache, intuitive Bedienung in Echtzeit im Vordergrund.
Als lokale Zahlungsmethode arbeitet TWINT eng mit regionalen Partnern zusammen und plant in neue Gefilde wie etwa Rechnungszahlungen vorzustossen. 2025 zählte der Dienst rund 900 Millionen Transaktionen.
An den fünf Standorten der Recycling-Paradies AG entsorgen Menschen aus allen gesellschaftlichen Schichten ihre Abfälle. Geschäftsführerin Karin Bertschi ist oft selbst vor Ort, arbeitet im Tagesgeschäft mit, berät Kundinnen und Kunden und schätzt den direkten Kontakt. Ursprünglich wollte sie Hoteldirektorin werden, heute erfüllt sie der Austausch mit Menschen und Mitarbeitenden.
Besonders prägend sind für sie die persönlichen Schicksale hinter den Gesichtern – von trauernden Kundinnen bis zu Mitarbeitenden aus Wieder-einstiegs- oder Suchtprogrammen, die integriert werden.
Das Recycling-Paradies setzt auf einfache Entsorgung: Kundinnen und Kunden können sämtliches Material bequem abgeben und sparen so Kosten durch korrektes Recycling. Gut erreichbare Standorte und hilfsbereite Mitarbeitende tragen zur Beliebtheit bei. Der Name «Recycling-Paradies» ist aus der Idee entstanden, dass sich Abfälle hier «wohlfühlen».
In Zukunft sind drei weitere Sammelstellen geplant. Auch Bildungsarbeit ist zentral: Jährlich werden bis zu 4500 Kinder geschult, viele aus Migrationsklassen. Ziel ist es, ihnen früh Wissen zu vermitteln – sie sind die «Recycler» von morgen.
Samuel Graf, CEO und Mitgründer der Chipeño AG, entwickelte die Idee für seine Saucen während eines Auslandsemesters in Mexiko. Begeistert vom Geschmack lokaler Saucen entstand gemeinsam mit zwei Mitreisenden der Wunsch, ein eigenes Produkt zu kreieren. Schon als Kind wollte Graf etwas Eigenes schaffen und suchte nach einer Marke, die Emotionen vermittelt und Menschen begeistert.
Unternehmerische Verantwortung beginnt für ihn ab dem ersten Tag und wächst mit der Zeit – mit Partnern, Mitarbeitenden, Kunden und Fans. Die grösste Herausforderung in seinem Berufsalltag ist die Vielseitigkeit: Produktentwicklung, Marketing, Verkauf, Qualität und Finanzen. Aus einem Nebenprojekt ist ein wachsendes Unternehmen geworden, das heute fünf Mitarbeitende beschäftigt.
Chipeño steht für ein kompromissloses Geschmackserlebnis und bedient erfolgreich eine Nische. Die Zukunft sieht Graf in nachhaltigen Trends wie pflanzenbasierten Produkten. Der Chipeño-Topseller ist die Original-Sauce, ergänzt durch vier Rezepturen, darunter eine mit Trüffel.
Nach dem Talk dislozierten alle ins Personalrestaurant des Kantonsspitals Aarau «time out», wo man bei einem feinen Apéro riche den Abend bei weiteren Gesprächen gemütlich ausklingen lassen konnte.
Von Olivier Diethelm
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