Marcel Kunz
Der Wm der Repol Zofingen hielt einen Vortrag zu den aktuellen Betrugsmaschen
Christoph Blocher
Wer wie ich die zweite Sommerhälfte zuhause statt im Stau am Gotthard verbracht hat, konnte sich über viel Ruhe freuen. Ich genoss die warmen Abende und Nächte in fast vollkommener Stille. Weil so viele Mitbewohner in den Ferien weilten, erlebte ich eine faszinierend schweigsame Landschaft. Was dann umso mehr Beobachtungen der emsigen Tierwelt ermöglichte.
Die Tiere rund um unser Haus sind nämlich nicht in die Ferien verreist. Sie flattern, fliegen, rennen und kriechen umso hörbarer. Als wir an unseren heutigen Wohnort gezogen sind, wurden wir vor den Krähen gewarnt: Sie würden sich in Scharen einfinden und furchtbaren Krach veranstalten. Weil sie bei uns den Fensterkitt herauspickten, wurden sie durch meine Frau anfänglich mit Pfannendeckeln vertrieben. Schliesslich blieben die aggressiven lärmenden Tiere weg, dafür richtete sich ein monogam lebendes Rabenpaar ein, das seither als brütende Eltern sein Territorium erbittert verteidigt – selbst gegen die grösseren Mäusebussarde und Milane. Ich schaue ihnen gerne zu, genau wie den Amseln, Bachstelzen, Rotkehlchen und wie die fliegenden Gäste alle heissen.
Eines Morgens war unser Rasen massiv aufgewühlt, und wir befürchteten, er sehe mit der Zeit aus wie ein Acker. Der Wildhüter vermutete Dachse auf der Jagd nach verborgenen Würmern. Er stellte eine Falle und benützte als Köder rohes Fleisch. Am ersten Morgen fand sich in der Falle eine Katze, die sichtlich froh war, als wir sie wieder springen liessen. Am zweiten Morgen lag in der Falle mit Äpfeln und Traubenbeeren ein zusammengerollter Igel, am dritten ein junger Fuchs. Auch er entwich mit grosser Erleichterung in die Freiheit, obwohl uns das, was die Füchse in Hausnähe hinterlassen, nicht besonders freut. Doch der gesuchte Dachs war nie drin, und zeigte sich auch nicht mehr.
Welch wunderbares Treiben der Tierwelt in der Nacht!
E gfreuti Wuche
Christoph Blocher
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