Alfred Stiner
Der Unterentfeldner Souverän gab grünes Licht für den Zusammenschlussvertrag mit Aarau
Donnerstag, 18. Juni 2026
Die SVP Rupperswil hat die Traktanden der Gemeindeversammlung vom 5. Juni beraten und bei den Verpflichtungskrediten für Architekturwettbewerbe Rückweisung beschlossen. Zudem wird die Zentralisierung der Kreisschule abgelehnt.
Rupperswil Vize-Ammann Raphael Wyder präsentierte kompetent die Geschäfte der Gemeindeversammlung. Grosse Diskussionen ergaben sich bei den Architekturwettbewerben für den Neubau Gemeindehaus, Kindergarten und Tagesstrukturen sowie für die Zentralisierung der Kreisschule Lotten. Da diese Hochbauprojekte einen enormen Finanzaufwand bewirken, erscheint es unabdingbar, sie auch zusammenhängend zu diskutieren. Dem Gemeinderat wird eine optimale, umfassende Lösung attestiert, welche alle Wünsche und Erfordernisse erfüllt. Trotzdem werden offene Fragen festgestellt.
Aufgrund einer auf Erfahrungen beruhenden Kostenschätzung ist mit Investitionen für alle Projekte von etwa 42 Mio. Franken (20 Mio. Franken Gemeindehaus, Kindergarten, Tagesstrukturen und rund 22 Mio. Franken Oberstufenzentrum inkl. Doppelturnhalle) zu rechnen. Gemäss kantonaler Vorgaben werden derartige Bauten über 35 Jahre abgeschrieben, wodurch jährliche Abschreibungen von rund 1.2 Mio. Franken zu kalkulieren sind. Ohne Einbezug allfälliger weiterer laufender Kosten entspricht dies rund zehn Steuerprozentpunkten.
Vom Gemeinderat liegen bisher keine Aussagen zu den approximativen Kosten sowie der Finanzierung (Auswirkungen auf den Steuerfuss), einer möglichen Etappierung der Bauvorhaben und einer allfälligen Verzichtsplanung vor. Zusätzlich zu den bereits vorgebrachten Problemkreisen «Kosten» und «Finanzierung» wird bei der Zentralisierung der Kreisschule festgestellt, dass die Verkehrssicherheit aufgrund des Fahrverhaltens der Schüler (z. B. Radweg nach Schafisheim) nicht gegeben ist.
Ebenfalls wirkt es störend, dass der Turnhallenrasen verbaut werden soll, obwohl die Gemeinde über weitere Grundstücke mit alten Gebäuden in der öffentlichen Zone (z.B. westlich der Seetalstrasse) verfügt. Wie die Erfahrungen zeigen, werden der Turnhallenrasen und der Stapfenacker für Aussensportaktivitäten von Schule und Vereinen aber auch für die Durchführung von (Jugend-) Festen, Sportanlässen und als Allwetterplatz z. B. für Zirkus-Gastspiele genutzt. Ebenfalls bieten beide Plätze der Dorfjugend die Möglichkeit sich in ihrer Freizeit sinnvoll zu beschäftigen.
Da bei einer Genehmigung eines Architekturwettbewerbes bereits ein grosser Finanz- und Zeitaufwand ausgelöst wird, macht ein Marschhalt Sinn. Die SVP Rupperswil stellt deshalb den Antrag auf Rückweisung der beiden Geschäfte zu den Architekturwettbewerben mit Auftrag an den Gemeinderat, an einer der nächsten Gemeindeversammlungen Auskunft zu den aufgeführten Fragen zu erteilen.
Betreffend Zustimmung zum Vorvertrag «Zentralisierung der Kreisschule Lotten» stellt die Volkspartei fest, dass Rupperswil als zweitgrösste Gemeinde im Bezirk Lenzburg grundsätzlich Anrecht auf einen zentralen Standort hätte. Dass die Kreisschule nun plötzlich pädagogische Gründe für eine Zentralisierung vorbringt, befremdet. Während Jahrzehnten wurde nämlich explizit aus pädagogischen Gründen und wegen der Pflege der dorfeigenen Schulhauskulturen die dezentrale Führung der Kreisschule beworben.
Es stellt sich die Frage, warum etwas geändert werden soll, das sich während langer Zeit bewährt hat. Weiter wird auch die Konzentration von vielen Kindern und Jugendlichen auf so einem kleinen Platz in Frage gestellt. All dies, wie auch die ungewisse, sicher aber hohe Kostenfolge, sprechen gegen ein Oberstufenzentrum in einer Gemeinde. Die SVP Rupperswil empfiehlt deshalb Ablehnung des Antrages zur Genehmigung des Vorvertrages.
pd
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