Regula Stirnemann
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Der Schwingklub Zofingen blickt auf ein bewegtes Vereinsjahr zurück: Rekordzahlen am Niklaus-Thut-Schwinget, ein gelungenes Frauen- und Meitlischwingfest, wichtige personelle Wechsel – und die feierliche Verabschiedung von Präsident Martin Anderegg sowie die Ernennung von Beni Schild und Reto Gerber zum Ehrenmitglied.
Zofingen Das Schwingerjahr 2025 endete für den Schwingklub Zofingen und Umgebung mit zwei gewichtigen Terminen: der Abschlusssitzung zum 37. Niklaus-Thut-Schwinget (NTS) und der 106. Generalversammlung. Beide Anlässe zeigten, wie stark das Vereinsleben in Zofingen verankert ist – und wie viel Engagement hinter den grossen und kleinen Erfolgen steckt.
Die OK-Abschlusssitzung zum NTS zeigte klar: Das erste Augustwochenende war trotz Regen, Improvisation und hohem Einsatz ein gelungenes Doppelprogramm. Am Samstag fand erstmals das Frauen- und Meitlischwingfest in Zofingen statt – ein Anlass, der trotz Dauerregen starke Signale setzte. Rund 120 Teilnehmerinnen standen im Sägemehl, der Gabentempel wurde für seine sorgfältige Umsetzung gelobt, und der EFSV zeigte sich beeindruckt von der Organisation.
Am Sonntag dann Sonne, volle Ränge und ein neuer Rekord. Rund 1800 Zuschauerinnen und Zuschauer besuchten den 37. Niklaus-Thut-Schwinget. Im Schlussgang zeigte der junge Zofinger Justin Schmid sein Potenzial, auch wenn der Sieg an Sinisha Lüscher ging. Der Verein spürt seit Monaten, dass im Nachwuchsbereich eine neue Generation heranwächst.
Organisatorisch überzeugte das Fest ebenfalls: Über 80 Helferinnen und Helfer standen im Einsatz. Die Finanzen zeigen ein deutliches Plus, trotz des verregneten Samstags.
Die 106. Generalversammlung im Hotel Zofingen war gut besucht. Präsident Martin Anderegg blickte auf ein anspruchsvolles, aber starkes Vereinsjahr zurück: zwei ESAF-Teilnahmen, ein neuer Kranzschwinger (Enea Grob), der Rücktritt von Patrick Räbmatter und die erfolgreiche Durchführung der beiden Schwingfeste. Im Wahljahr kam es zu wichtigen personellen Entscheiden: Lukas Steiner übernimmt das Präsidium, Robin Lehmann ist neu als TL-Jungschwinger im Vorstand und TL-Aktiv bleibt Kornel Arnold. Alle übrigen Vorstandsmitglieder wurden bestätigt.
Die GV bot Raum für zwei bemerkenswerte Ehrungen: Beni Schild, während 10 Jahren prägende Figur im Gabenkomitee, wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Sein Name steht für zehn sorgfältig aufgebaute Gabentempel, unzählige Stunden Arbeit und eine verlässliche Handschrift, die das NTS über Jahre geprägt hat. Sein Rücktritt markiert das Ende einer Ära – und gleichzeitig den Übergang zu einem neuen Kapitel unter Nachfolger Patrick Räbmatter.
Reto Gerber, seit 2011 engagierter Kampfrichter, wurde ebenfalls zum Ehrenmitglied ernannt. Er trat im Sommer 2025 aus gesundheitlichen Gründen zurück – ein Entscheid, der im Verein auf tiefen Respekt traf. Gerber war nicht nur ein erfahrener Schiedsrichter auf dem Platz, sondern auch ein ruhiger, zuverlässiger Begleiter vieler Nachwuchs- und Aktivschwinger. Seine jahrelange Präsenz bleibt in bester Erinnerung.
Besonders emotional wurde es, als der Verein Präsident Martin Anderegg verabschiedete. Nach sechs Jahren an der Spitze des SKZ übergab er das Präsidium an Lukas Steiner. Anderegg prägte den Klub in einer Zeit, in der sportliche Erfolge, organisatorische Herausforderungen und der Aufbau von Nachwuchstalenten parallel liefen.
Sein Einsatz reichte weit über Sitzungen und Formalien hinaus: Er führte den Verein durch die Corona-Jahre, unterstützte die Entwicklung der jungen Aktivschwinger, begleitete Patrick Räbmatters letzten Karriereabschnitt und setzte sich konsequent für die Durchführung des Frauen- und Meitlischwingfestes ein. Dass er nach wie vor im NTS-OK mitarbeitet, zeigt, wie eng er mit dem Klub verbunden bleibt.
Die Verabschiedung war ruhig, herzlich und ehrlich – ohne grosses Zeremoniell, aber getragen von viel Dankbarkeit. Mitglieder wie Vorstand würdigten seine Bodenständigkeit, seine Verlässlichkeit und seine Art, auch in stressigen Momenten den Überblick zu behalten.
Die GV bestätigte die Planung für das kommende Jahr: Frauen- und Meitlischwingfest am 1. August 2026 und das 38. Niklaus-Thut-Schwinget am 2. August 2026. Mit der Stadt Zofingen prüft man zudem, die Bundesfeier in das Festwochenende zu integrieren.
Der Schwingklub Zofingen geht gestärkt aus diesem Jahr hervor: sportlich breiter aufgestellt, organisatorisch solide geführt und getragen von Menschen, die bereit sind, anzupacken. Die Kombination aus Tradition, Nachwuchsarbeit und Offenheit für Neues zeigt Wirkung – und die beiden Feste 2026 werfen bereits ihren Schatten voraus.
Ein Vereinsjahr endet, ein anderes beginnt. Und Zofingen steht bereit, wieder Geschichte im Sägemehl zu schreiben.
Jacqueline Gut
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