Tobias Leuthard
Rückblick auf zwei Amtsperioden als Gemeindepräsident von Küttigen
Aarau Bereits der Titel der Ausstellung im Aargauer Kunsthaus deutet darauf hin, dass da noch mehr ist als Malerei: Klodin Erb (geboren 1963 in Winterthur), die seit Jahrzehnten Gemälde um Gemälde produziert, erhält endlich die lang ersehnte grosse Retrospektive, die ihr seit den 90er Jahren entstandenes Werk zeigt. Zu sehen sind in dieser Gesamt-Inszenierung viele ihrer Gemäldeserien, aber auch, wie sie die Grenzen der Malerei überschreitet: ins Textile mit Kostümen, in die Bewegung mit Filmen und in den Raum mit ihren mit Stoff bestückten Topfpflanzen.
Im Katalog zur Ausstellung schreibt die Kuratorin Dr. Céline Eidenbenz: «Wie andere Künstlerinnen ihrer Generation, hat Klodin Erb lange gewartet, bis sie an der Reihe war. Man hätte ihr verziehen, wenn ihr die Geduld über die Jahrzehnte ausgegangen wäre. Klodin Erb aber riss der Geduldsfaden nicht, im Gegenteil: Sie verdoppelte ihre Produktivität in ihrem Atelier mitten in Zürich. Sie arbeitet an immer monumentaleren Formaten, die nun auch in Aarau zu sehen sind.»
In ihren Gemälde-Serien geht es um alles: die Beziehungen der Geschlechter zu überdenken, die unbändige Vielfalt der Menschen, Tiere und Pflanzen zu feiern, aber auch darum, frech, bunt und fröhlich einfach Spass zu haben. Die Kunstgeschichte – zum Beispiel die berühmte Pelztasse von Meret Oppenheim oder den romantischen Eichenwald von Robert Zünd – referenziert sie in ihren Werken ebenso wie die mediterrane Küche oder das Gemüse aus ihrem Garten.
Klodin Erbs umfangreiches Werk regt darum exemplarisch dazu an, im Denken stets beweglich zu bleiben. Auch die Ausstellung im Aargauer Kunsthaus mit drei möglichen Eingängen ist so eine Einladung. Man spürt sofort die grosse Lust der Künstlerin, die Regeln der Kunstwelt auf den Kopf zu stellen. Der Parcours durch die Ausstellung verläuft denn auch nicht geradlinig. Die Besuchenden begegnen immer wieder Motiven aus Klodin Erbs Repertoire: Zitronen, Wurzeln, Emojis, Porträts von Berühmtheiten, mythologischen Figuren und sogar der Künstlerin selbst.
pd
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