Tobias Leuthard
Rückblick auf zwei Amtsperioden als Gemeindepräsident von Küttigen
Andreas Fetscher, Gemeindeammann von Gränichen. Beni Basler
Der Gränicher Gemeindeammann Andreas Fetscher über das vergangene Jahr, anstehende Projekte und auf was er sich im nächsten Jahr am meisten freut.
Andreas Fetscher, viel zu reden gab in diesem Jahr der geplante Ober-stufen-Campus. Was ist diesbezüglich der Stand und welches sind die nächsten Schritte?
Der Oberstufen CAMPUS als Teil der Schulraumplanung ist bereits in der Planungsphase zum Vorprojekt. Wir werden im kommenden Jahr viel in die Mitwirkung investieren für die verschiedenen Projekte im Chilefeld, die abgestützt sind mit der Anwohnerschaft. Wir sind bestrebt, insbesondere im Bereich der Nutzung und Betrieb im Umfeld der Schulanlagen mit der Anwohnerschaft zusammenzuarbeiten. Gesamtheitliche Lösungen sind hier gefragt und dass wir Varianten aufzeigen können.
Auch sonst stehen viele Projekte an; dies bedeutet hohe Kosten. Wie wird Gränichen dieses Investitionsvolumen stemmen?
Die Finanzplanung wird rollend präzisiert. Wie an der Wintergemeinde aufgezeigt, müssen wir mit einer Anpassung des Steuerfusses ab 2029 rechnen. In allen Szenarien kommen wir nicht darum herum, diesen anzupassen, da der Investitionsbedarf klar ist. Mittels einer Testplanung wurde in diesem Jahr das Zentrum der Gemeinde neu gedacht.
Wie fielen die Reaktionen aus der Bevölkerung dazu aus und wie geht es mit dem Entwicklungsrichtplan «Zentrum» nun weiter?
Die Testplanung ist mit der Mitwirkung zur einmonatigen Ausstellung abgeschlossen. Der Gemeinderat wird sich anschliessend mit den Rückmeldungen auseinandersetzen und im 2026 die Richtplangestaltung vorantreiben. Diese wird behördenverbindlich angewandt. Eine allfällige Anpassung in der Bau- und Nutzungsordnung wäre dann der nächste Schritt.
Welches waren ansonsten die schönsten und herausforderndsten Kapitel im Jahr 2025 für Gränichen?
Es ist ein toller Auftrag, mit dem Gemeinderat zusammen an der Entwicklung der Gemeinde zu arbeiten. Die Herausforderungen in der kommenden Legislatur bestehen sicher in der Umsetzung der Führungsstruktur, der Umsetzung der Strategie «Arbeitgeber-Attraktivität», der Aufbereitung der Infrastruktur-Projekte, dem Finanzhaushalt usw. Die Vielfalt der Themen ist der Reiz und die Herausforderung. Das Zusammenspiel mit den Einwohnern macht es «lässig».
Die Gemeinde ist 2024 dem Trägerverein Energiestadt beigetreten. Sind Sie auf gutem Weg, das Label zu erhalten und was genau bringt dieses Gränichen konkret?
Wir haben die Zertifizierung in diesem Herbst erhalten und werden an dies an der kommenden Versammlung kurz feiern. Es ist aber nicht entscheidend, ob wir uns mit einem Label auszeichnen und dekorieren können, sondern wichtig sind die Instrumente dahinter. Diese helfen uns sehr, die Klima- und Energiethemen handhaben zu können.
Letztes Jahr erwähnten Sie, ab 2026 die Verwaltung effizienter und moderner gestalten zu wollen. Was können die Einwohner hier konkret erwarten?
Die Anpassung der Führungsstruktur wird zuerst einmal die operative und strategische Ebene klarer Teilen. Die Einführung wird sich nicht über ein Jahr hin erstrecken, sondern uns sicherlich die ganze Legislatur beschäftigen. Einzig die Aufgaben neu zu verteilen, macht eine neue Struktur nicht gleich effizienter. Es wird die von uns in den Bereichen Befähigung, Schulung, Mindset der Mitarbeiter und Coaching der Führungskräfte so einiges abverlangen. Der Bürgernutzen sollte in der Qualität der Dienstleistungen und in kürzeren Wegen für Entscheidungen liegen. So soll sichergestellt werden, dass der Wissenstransfer verbessert werden kann.
Welche bisher unerwähnten Projekte stehen 2026 sonst noch an?
Das sind ganz viele Themen, welche auch anstehen. Der neue Gemeinderat muss sich finden und die Zusammenarbeit muss entstehen. Mit den Bereichen Gesellschaft, Alter, Gesundheit und Familie steht auch viel Arbeit ins Haus, insbesondere in den Projekten Tagesstruktur, Gesundheitsstrategie und demografische Entwicklung der Gemeinde.
Sie haben das letzte Wort.
Ich wünsche mir weiterhin eine konstruktive, offene und zielgerichtete Zusammenarbeit im Gemeinderat. Wir haben aber nur eine Chance, Veränderungen anzustossen, wenn wir die Projekte auch immer als Ganzes für die Gesellschaft, solidarisch und pragmatisch vermitteln können. Es kann nicht jeder von einer Veränderung gleich stark profitieren. Aber wir als Ganzes dagegen schon. Wenn wir uns solidarisch, offen, respektvoll und mit gesundem Menschenverstand begegnen, wird es dem Gemeinderat gelingen, Veränderungen positiv zu gestalten. Im Namen des Gemeinderates wünschen wir allen tolle Festtage, «e guete Rutsch» und freuen uns, am Neujahrsapéro gemeinsam auf das kommende Jahr anzustossen.
Interview: Joel Dreier
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