Tobias Leuthard
Rückblick auf zwei Amtsperioden als Gemeindepräsident von Küttigen
Mario Schegner, Gemeindeammann Kölliken.
Bild: zvg
Gemeindeammann Mario Schegner ist erfreut, sich zusammen mit dem Gemeinderat auch für die nächsten vier Jahre zum Wohl von Kölliken einzusetzen. Ein kleiner Rück- und Ausblick.
Besonders beschäftigt hat mich die ganze Transformation, in der wir stecken – diese zu entwickeln war sehr zeitintensiv. Wir merken auch die zunehmenden Termine, der Druck wird höher und fordert uns zusätzlich. Die Bevölkerung wächst und auch die Projekte sind teils sehr anspruchsvoll, es kommt viel Neues dazu. Zu unseren verschiedenen Projekten in Kölliken gab es im Vorfeld an den Info-Anlässen einiges zu diskutieren. Ein bisschen überrascht und auch erfreut hat es mich dann, dass diese Projekte an der Gemeindeversammlung relativ gut durchkamen.
Seitens der Bevölkerung besteht ein gutes Vertrauen in den Gemeinderat und in die Personen, die weitermachen wollen. Es ist eine Bestätigung, dass wir einen guten Job machen. So ist es uns im Gemeinderat ein grosses Anliegen, dass wir auch in der neuen Konstellation einen guten Konsens finden. Mit den beiden neuen Mitgliedern Renato Joller und Christine Rohrer-Zimmerli braucht es wieder ein wenig Einarbeitungszeit, bis man sich wieder gefunden hat.
Es gibt immer wieder mal Diskussionen darüber, dass es in den kommunalen Ämtern viele Parteilose hat. Grundsätzlich betreiben wir ja eine Sachpolitik und nicht eine parteipolitische Diskussion. Ob jemand parteilos ist oder eine Partei im Hintergrund hat, spielt hier keine wichtige Rolle. Man muss konsensfähig sein, gemeinsam Lösungen entwickeln können und auch bürgernah bleiben. Das sind die zentralen Punkte.
Es war der Wunsch aus der Bevölkerung, die Gemeindeversammlung an einem anderen Tag durchzuführen. Wir bleiben auch nächstes Jahr beim Mittwoch. Von den Teilnehmerzahlen her lässt sich das noch nicht beurteilen, ob der Mittwoch der bessere Tag ist. Er ist auf jeden Fall beliebter als der Freitag, wo man oft schon etwas vorhat.
Die Bevölkerung interessiert sich schon für ihre Gemeinde. Oft werden an den Gemeindeversammlungen Geschäfte abgewickelt, die schon gegeben sind. Es sind dann eher Themen wie etwa eine Steuererhöhung, die mehr Teilnehmende anziehen. Jeder berechtigte Einwohnende kann an der Gemeindeversammlung teilnehmen. Machen sie das nicht, akzeptieren sie, was an der Gemeindeversammlung abgestimmt wird. Andererseits würden wir uns zur breiteren Abstützung der Geschäfte schon mehr Teilnehmende wünschen und auch zur Kontaktpflege sowie zum Austausch untereinander danach beim Apéro.
Die Sanierung ist auf gutem Weg und sollte Ende 2026 abgeschlossen sein.
An der letzten Gemeindeversammlung wurde beschlossen, den Steuerfuss von 114 auf 119 Prozent zu erhöhen. Das soll unsere grossen und langfristigen Investitionen zu den Generationenprojekten wie etwa ein neues Schulhaus, eine neue Turnhalle oder die Hochwasserschutzmassnahmen glätten.
Die Integration der neuen Gemeinderatsmitglieder, dass wir wieder ein Team werden. Der Schulhausbau, der gegen Herbst 2026 abgeschlossen werden sollte, der Turnhallenbau mit Bauende März 2027, also die Koordination von diesen Grossprojekten. Auch die Anpassung der Bau- und Nutzungsordnung mit dem räumlichen Entwicklungsleitbild fordert uns. Über alle Themen hinweg ist die Kommunikation von zentralder Bedeutung. Dass wir Gemeinderäte neben unserem Job und Familie die ganze Terminplanung unter einen Hut bringen. Die Arbeit wird nicht weniger.
Die nächste Gemeindeversammlung vom 29. Mai – und natürlich ganz wichtig: Am 1. Januar führen wir wie immer einen Neujahrsapéro durch.
Im Namen des Gemeinderates danke ich der ganzen Bevölkerung für das Vertrauen und dass wir vier weitere Jahre zum Wohle der Gemeinde arbeiten dürfen. Und ich wünsche allen ganz schöne Festtage und einen guten Rutsch ins neue Jahr!
Interview: Olivier Diethelm
Die Aufwertung des Gemeindehaus-Areals Kölliken hat erwartungsgemäss für lebhafte Diskussionen gesorgt. Schon im Vorfeld war klar, dass das 2400 Quadratmeter grosse Vorzeigeprojekt zur Entsiegelung und Begrünung des Parkplatzes nicht einfach durchgewinkt würde. An der Gemeindeversammlung zeigte sich einmal mehr, wie stark das Vorhaben polarisiert. Gemeinderat Sandro Suter sprach von einem «bisher einzigartigen Projekt», das bis zum Jugendfest 2027 realisiert sein soll – zusammen mit der Sanierung des Pavillons, der künftig punktuell als Bistro genutzt werden könnte.
Manfred Müller monierte, dass die Kommission für Natur und Klima bei der Projektentwicklung kaum einbezogen worden sei. Er forderte eine Rückweisung des Entsiegelungsprojekts, um es seriöser ausarbeiten zu können. Doch die Versammlung folgte ihm nicht: Mit 58 zu 37 Stimmen wurde der Antrag abgelehnt. Der Verpflichtungskredit über 624'000 Franken passierte deutlich. Knapp wurde es beim Pavillon – der 458'000-Franken-Kredit kam nur mit der gleichen Stimmenzahl von 58:37 durch.
Wesentlich unstrittiger fiel der Rest der Traktandenliste aus. Der Kölliker Beitrag zur Planung der neuen Mega-Kläranlage in Aarau (252'807 Franken) wurde mit nur einer Gegenstimme genehmigt, der Ipad-Ersatz an der Schule (625'500 Franken) und der Wasserleitungsersatz am Wallisrain (503'000 Franken) sogar einstimmig. Ebenso reibungslos passierten die Kreditabrechnungen, die durchwegs positiv ausfielen – mit Ausnahme des neuen Feuerwehr-Mehrzweckfahrzeugs, das geringfügig über dem Budget lag. Die Aargauische Gebäudeversicherung übernahm jedoch rund die Hälfte der Kosten.
Für die deutlichsten Reaktionen sorgte jedoch das Budget 2026. Vizepräsidentin Mirjam Bossard machte keinen Hehl daraus: Die nun beschlossene Steuererhöhung auf 119 Prozent sei längst angekündigt worden. Trotzdem schreibt die Gemeinde im kommenden Jahr ein Defizit von 838'385 Franken. Ursache sind gewaltige Investitionen von 15,2 Millionen Franken, hauptsächlich in die Schulinfrastruktur. Nur ein Bruchteil davon kann die Gemeinde selbst berappen. Damit schlägt die finanzielle Lage spürbar ins Negative um: Aus einem kleinen Nettovermögen von 1885 Franken pro Kopf wird bis Ende 2025 eine Nettoschuld von 3083 Franken. Und laut Prognosen wächst die Gesamtverschuldung bis 2029 sogar auf rund 42 Millionen Franken. «Dann sprechen wir wohl über die nächste Steuererhöhung», warnte ein Stimmbürger – ein Satz, der im Saal hängen blieb. Dennoch stimmte die Versammlung dem Budget mit grosser Mehrheit und 18 Gegenstimmen zu.
Zum Schluss blieb noch die Verabschiedung der beiden Gemeinderäte Franziska Dietz Alberti und Jan Siegenthaler. Für die beiden rücken Christine Rohrer-Zimmerli und Renato Joller ins Gremium nach. Am 29. Mai 2026 wird dann der langjähriger Gemeindeschreiber Felix Fischer ehrenvoll verabschiedet.
Sämtliche Beschlüsse der Ein-wohner- und Ortsbürgergemeindeversammlung unterliegen dem fakultativen Referendum. Eine allfällige Urnenabstimmung kann von10 % der Stimmberechtigten innert 30 Tagen seit Veröffentlichung verlangt werden. Die Gemeindeverwaltung bleibt vom 24. Dezember 2025 bis 4. Januar 2026 geschlossen. Bei einem allfälligen Referendum wird um eine rechtzeitige Kontaktaufnahme mit der Gemeindekanzlei (info@koelliken.ch) gebeten.
pd
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