Tobias Leuthard
Rückblick auf zwei Amtsperioden als Gemeindepräsident von Küttigen
Ausgesetzt, falsch gehalten, misshandelt: Viele Tiere ereilt auch in der heutigen Zeit noch grosses Leid – manchmal solches, dass die Tiere nicht mehr weitervermittelt werden können. Das Tierasyl Waldheim in Safenwil bietet verschiedensten Tieren eine sichere Bleibe und die Möglichkeit, ihr Lachen wiederzufinden.
Safenwil Das, was da hoch oben am Waldrand Safenwils liegt, mag für viele wie ein kleiner, verschlafener Bauernhof wirken. Doch verschlafen wird hier genau nichts. Im Fall der Fälle weckt Güggel Johni in der morgendlichen Früh seine 59 tierischen Kumpanen mitsamt der Familie Nestler. Doch Michèle Nestler, welche das Tierasyl zusammen mit Schwester Rahel und Mutter Yvonne führt, bedarf keines Weckrufs. «Mit den Tieren gibt es immer etwas zu tun», sagt die ausgebildete Tierpflegerin und Pferdewartin mit einem Lachen. Ausruhen könne man sich selten, ausmachen würde ihr dies aber nichts: Die Arbeit im Tierasyl ist ihre grosse Leidenschaft.
Eine Leidenschaft, die Michèle Nestler in die Wiege gelegt wurde: «Ich bin seit ich denken kann von Tieren umgeben», sagt sie begeistert. Eine Konstante, die sich bis heute durch ihr Leben zieht: Auf dem zwei Hektar grossen Gelände tummeln sich inzwischen 60 tierische Freunde. Dabei geht der Bestand vom traditionellen Haustier wie dem Hund oder der Katze zu «Bauernhof-Tieren» wie Pferden, Geissen, «Säulis» und sogar Alpakas. Eine Unterscheidung von Haus- und Nutztier kennt Nestler nicht: «Wir sind einfach eine grosse Familie». Und die tierische Grossfamilie versteht sich untereinander wahrscheinlich besser als so manche menschliche: Alle Tiere können sich auf dem Gelände grundsätzlich frei bewegen, mit Ausnahme der Hauskatzen. Konflikte gebe es nie, auch nicht zwischen dem Duo Hund und Katze.
«Zu uns kommen Tiere, welche nicht weitervermittelt werden können», erklärt Nestler. Das kann ein Säuli sein, das der Bauer nicht schlachten wollte, eine Katze, die bei einer Tankstelle ausgesetzt wurde und komplett ausgehungert gefunden wurde, oder ein Ross, das nicht artgerecht gehalten wurde. Dabei pflegt Nestler direkten Kontakt mit dem Veterinäramt und einem Tierschützer in Rumänien. «Wir würden sehr gerne noch mehr Tiere aufnehmen, momentan dürften wir in der Theorie 90 Tiere beheimaten», sagt die Tierpflegerin.
Nur ist dies mit der momentanen finanziellen Lage schlicht nicht möglich. Der Gnadenhof büsst dort ein, wo er in der Gemeinnützigkeit über andere hinauswächst: Anders als ein Tierheim verkauft das Tierasyl seine Tiere nicht. Es ist angewiesen auf Spenden und die Patenschaften, welche man für die Tiere übernehmen kann. Die steigenden Strom-, Wasser- und Futterkosten setzen dem Portemonnaie zu. «Und dann war man noch nicht beim Tierarzt», ergänzt Yvonne Nestler. Deshalb bietet die Famillie zudem an Samstagvormittagen ein Alpaka-Trekking an, um noch ein wenig dazuzuverdienen.
Der grosse Wunsch für die Zukunft wäre, als Stiftung aufzutreten, statt wie bisher als Verein. Aber auch hier muss gesetzeswegen ein gewisses Startkapital vorhanden sein. Doch ob als Stiftung oder Verein: Das Tierasyl Waldheim bleibt, was es heute schon ist – ein Ort der zweiten Chancen für Tiere, die sonst keine mehr hätten.
Yvonne Nestler
z. Hd. Verein Tierasyl
Waldheim UBS Switzerland AG CH-8098 Zürich
IBAN CH90 0024 8248 4454 8640 Z
jdr
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